sozialpädagogische Familienhilfe


sozialpädagogische Familienhilfe
sozialpädagogische Familienhilfe,
 
in Deutschland praktizierte ambulante Form öffentlicher Erziehungshilfe, die im Umfeld der Heimerziehung (präventiv, alternativ oder als nachgehende Hilfe) durchgeführt wird und auf eine Stärkung familiärer Eigenkräfte und Selbsthilfekompetenzen zielt. Die sozialpädagogische Familienhilfe entstand vor dem Hintergrund überbelegter Heime, wurde durch alternative Kreise angeregt und erstmals 1969 in freier Trägerschaft in Westberlin, nach Akzeptanz seitens öffentlicher Stellen (vor allem Jugendämter) ab 1977 auch im übrigen Bundesgebiet angewandt.
 
Rechtsgrundlagen für die nur mit Zustimmung der jeweiligen Familie durchführbare sozialpädagogische Familienhilfe sind das Kinder- und Jugendhilfegesetz, das Bundessozialhilfegesetz sowie das Bürgerliche Gesetzbuch. Hauptanliegen der sozialpädagogischen Familienhilfe ist die Unterstützung sozial benachteiligter Familien und allein erziehender Elternteile, die mit besonderen Problemen der Versorgung und Erziehung ihrer Kinder konfrontiert sind und qualifizierte Fremdhilfe benötigen. Dabei handelt es sich häufig um Mütter und Väter, die selbst in schwierigen sozialen Verhältnissen aufgewachsen sind. Erfolgreiche sozialpädagogische Familienhilfe setzt differenzierte sozialpädagogische und -praktische Kenntnisse und Fähigkeiten sowie hohe psychische Belastbarkeit bei den eingesetzten Familienhelfern voraus. Die bisherigen Erfahrungen belegen die Notwendigkeit fest angestellter Familienhelfer, einer besonders strengen Wahrung des Datenschutzes, kontinuierlicher Supervision und regelmäßiger Fortbildung der Fachkräfte.

Universal-Lexikon. 2012.